Aktuelles Veröffentlichungen

1. Berliner Fachtagung CHEMSEX – Substanzkonsum und Sexualität

Am 25. Oktober 2019 fand in den Räumen der Schwulenberatung Berlin, Niebuhrstr. 59/60, 10629 Berlin, der erste Berliner Fachtag Chemsex – Substanzkonsum und Sexualität statt. Rund 120 Teilnehmer*innen informierten sich in Impulsvorträgen über Themen wie

• Lust und Rausch – Psychologische Aspekte

• Chemsex – Substanzkonsum, Sexualität und Gesundheitsverhalten bei MSM

• Beratung und ambulante Behandlung lebensweltnah – MSM mit Chemsex-

Konsummuster

• Stationäre Sucht-Behandlung mit MSM mit Chemsex- Konsummuster:

Merkmale der Patientengruppe und Implikationen für die Behandlung

Am Nachmittag tauschten sich die Teilnehmer*innen in Workshops zu diesen Themen aus:

• Versorgungskette vom Erstkontakt bis zur Nachsorge – Wie kann ein gutes

Beratungs- und Versorgungsangebot für MSM mit Substanzkonsum gestaltet

werden?

• Primärpräventive Vorortarbeit für den Bereich Chemsex

• Das Gespräch über Sexualität und Substanzkonsum in der Praxis

• Erfahrungen aus der Selbsthilfe

Auf den folgenden Seiten finden Sie die zur Veröffentlichung freigegebenen Präsentationen sowie Protokolle der Workshops.

Hintergrund und Ausgangslage:

Eine Reihe von Berichten weist darauf hin, dass der Konsum von Substanzen wie Crystal Meth, GHB/GBL, Mephedron, Ketamin und Neue Psychoaktive Substanzen (NPS) spürbar zugenommen hat. Insbesondere in Teilen der schwulen Community gibt es offensichtlich einen Zusammenhang zwischen Sexualität und Substanzgebrauch. In Berlin und in anderen europäischen Großstädten gibt es viele Berichte aus der Praxis, die darauf hindeuten, dass sich das Phänomen Chemsex rasant ausbreitet. Es ist zu einer ernsthaften Priorität im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu deklarieren.

Im Rahmen dieses Fachtags wollten wir die Perspektiven unterschiedlicher Akteur*innen aus der Suchthilfe und der sexuellen Gesundheitsversorgung zusammenbringen. Erstmals waren Fachleute aus allen Bereichen eingeladen, die sich mit den Konsument*innen und den Auswirkungen des Konsums dieser Substanzen auseinandersetzen. Dazu gehörten Fachkräfte aus Beratungsstellen, Ärzt*innen, stationäre und ambulante Behandlungseinrichtungen, Partyveranstalter*innen, die öffentliche Verwaltung, aber auch Kenner*innen der verschiedenen Szenen, Selbsthilfeorganisationen und Präventionsfachleute.

Gefördert wurde die Veranstaltung durch die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung. In Zusammenarbeit mit dem Chemsexnetzwerk Berlin hat der Fachtag mit einer Mischung aus Vorträgen, Workshops und Best-Practice-Beispielen die Möglichkeit zur Vernetzung und (Weiter-) Entwicklung erster Konzeptideen angeboten.

Vorträge

Vortrag 1

Dr. med. Dr. phil. Stefan Nagel

Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Lust und Rausch – Psychologische Aspekte

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Vortrag 2

Dr. med. Martin Viehweger

Arzt

Chemsex – Substanzkonsum, Sexualität und Gesundheitsverhalten bei MSM

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Siehe auch:

Ergebnisse des German Chemsex Surveys 2018 zusammengefasst bei „HIV-BERATUNG AKTUELL“, Ausgabe 02/2019, Seiten 9-11. Link zum Herunterladen:
https://www.hiv-beratung-aktuell.de/sites/default/files/documents/2019_02_beratung_aktuell.pdf

Vortrag 3

Verena Müller, Marcus Pfliegensdörfer

Salus-Klinik Hürth, Fachklinik für Abhängigkeitserkrankungen

Stationäre Sucht-Behandlung mit MSM mit Chemsex- Konsummuster: Merkmale der Patientengruppe und Implikationen für die Behandlung

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Chemsex Talk:

Beratung und ambulante Behandlung lebensweltnah – MSM mit Chemsex-Konsummuster

Andrea Piest, Drogennotdienst

Conor Toomey, Schwulenberatung Berlin

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Workshops

Workshop 1

Arnd Bächler, Schwulenberatung Berlin gGmbH

Hanspeter Eckert, KOKON – Verein für ambulante Drogentherapie e. V.

Versorgungskette vom Erstkontakt bis zur Nachsorge – Wie kann ein gutes Beratungs- und Versorgungsangebot für MSM mit Substanzkonsum gestaltet werden?

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Workshop 2

Tristan Rehbold – manCheck

Jan Großer, Arzt, Aktivist

Präventive Vorortarbeit für den Bereich Chemsex – Akzeptierende präventive [Vorort]arbeit zum Thema Chemsex auf der Grundlage von Partnerschaftlichkeit, Evokation und Autonomie (MI).

Download 1

Download 2

Workshop 3

M. Sc. Hannes Ulrich, Sexualtherapeut, Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin,

Charité Universitätsmedizin, Berlin

Dr. med. Martin Viehweger, Arzt

Das Gespräch über Sexualität und Substanzkonsum in der Praxis

Wie kann man in der Arztpraxis, in der psychosozialen Beratung oder in der therapeutischen Praxis mit Ratsuchenden über die Themen Sexualität und Substanzkonsum sprechen? Welche Aufgaben kommen den Mediziner*innen und welche dem sexual- oder drogentherapeutischen Bereich zu und ab wann muss verwiesen werden?

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Workshop 4

Karin von Randow, Tannenhof Berlin-Brandenburg gGmbH

Erfahrungen aus der Selbsthilfe

Was sind die Möglichkeiten und Grenzen der “traditionellen” Selbsthilfe, wenn es um die Zielgruppe der Chemsex-Praktizierenden geht? Was hilft? Was ist weniger hilfreich? Brauchen Chemsex-Praktizierende spezielle Angebote in der Selbsthilfe?

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Vortrag 1 – Dr. med. Dr. phil. Stefan Nagel