Fortbildung
Fortbildungsprojekt „Jo weiß Bescheid“
Update November 2025: Seit 2010 hat die Schwulenberatung Berlin im Projekt „Jo weiß Bescheid“ Trainings für mehr als 6.000 Mitarbeiter*innen verschiedener Berufsgruppen, v. a. der beruflichen Felder Flucht, Gesundheit, Arbeit und Soziales angeboten. Sie informierten zu Lebensrealitäten von LSBTI*, um Akzeptanz und fachliche Kenntnisse zu steigern und eine lsbti*-sensible Haltungen zu fördern. Dazu gehörten z. B. die rechtliche Situation, das soziale Coming-Out, Diskriminierung und Gewalt aufgrund von Homo- oder Transfeindlichkeit.
Zu Ende Dezember 2025 endet die Zuwendungsförderung durch das Land Berlin, d. h. es können keine weiteren Trainings angeboten bzw. angefragt werden.
Unsere Zielgruppen
Bereich Flucht
• Leiter*innen und Mitarbeiter*innen der Sozialdienste von Unterkünften für geflüchtete Menschen
• Sprachmittler*innen
• Integrationslots*innen
• Ehrenamtliche und Beratungsstellen im Bereich Flucht
• Asyl- und Verfahrensberatungsstellen
• Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen
Bereich Gesundheit, Arbeit und Soziales
• Mitarbeiter*innen aus sozialen Trägern
• Mitarbeiter*innen aus landeseigenen Betrieben, z. B. BSR, BVG u. a. und Verwaltung
• Einrichtungen rund um das Gesundheitswesen (Altenpflege, Psychiatrien, Krankenpflegeschulen, Ärzt*innen u. a.)
Kontakt
Allgemeine Fragen, Projektkoordination:
Leo Yannick Wild, l.wild@schwulenberatungberlin.de, Tel. (030) 44 66 88-161
Materialien & Veröffentlichungen
Im Projekt sind Materialien entstanden, die über die Trainings hinaus nützliche Informationen bieten:
"Handreichung für Dolmetscher*innen" // Dolmetschen für lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und inter* Geflüchtete
„Leitfaden für Sprachmittlung in der Beratung“ // Kurze Informationen für Beratungsstellen
„Empowerment von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und inter* Geflüchteten durch
Beratung und Unterstützung“ // Eine Handreichung für Beratungsstellen
Glossar // Anlauf- und Beratungsstellen // Materialien zur Vertiefung // Bereich LSBTI* und Flucht
Glossar mit LSBTI-relevanten Begriffen für versch. Berufsgruppen // Bereich LSBTI* und andere Berufsgruppen
Gefördert durch:

Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in ambulanten, (teil)stationären Pflegeeinrichtungen und Hospizen
Das Thema Diversity hat eine zunehmende Bedeutung für die Versorgung von Klient*innen und Bewohner*innen in Pflegeinrichtungen. Allein in Berlin leben über 40.000 Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Inter* (LSBTI*) über 65 Jahre. Im pflegerischen Setting bleiben sie meist unsichtbar. Isolation, Vereinsamung und weitere gesundheitliche Risiken sind die Folge.
E-Learning
Nutzen Sie unsere kostenfreien digitalen Fortbildungsangebote auf der digitalen Plattform Gesundheit gestalten, um Ihr Wissen bezüglich diversitätssensibler Gesundheitsversorgung zu erweitern. Folgende E-Learnings stehen Ihnen digital zur Verfügung:
• Basisfortbildung zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt
• Basisfortbildung zu (post-)migrantischer Vielfalt
• HIV in der Pflege/Versorgung
• Trans*-sensible Pflege/Versorgung
• Inter*-sensible Pflege/Versorgung
Schulungen: LSBTI*-Sensibilisierung in der Pflege und Senior*innenarbeit
Inhalte der Schulungen
Die Schulungen sollen für die Bedürfnisse von LSBTI*-Menschen in der Pflege und in der Senior*innenarbeit sensibilisieren. Sie richten sich an Fachkräfte und Ehrenamtliche aus dem Pflege- und Entlastungssystem, insbesondere an professionell Pflegende sowie an Fachpersonal ambulanter und stationärer Dienste, wie beispielsweise Pflegeheime, Hospize und Krankenhäuser, und ebenfalls an An- und Zugehörige.
Die sechsstündigen Schulungen vermittelen einen Überblick über die Schwerpunktthemen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Konkreter geht es um:
- Sprache: Wir definieren Begriffe im Zusammenhang mit LSBTI*
- Diversität: Wir entwickeln ein gemeinsames Verständnis für Diversität und ihre wichtigsten Aspekte
- Diskriminierung und Anti-Diskriminierung: Wir betrachten wie Diskriminierung entsteht, strukturell aufrechterhalten wird und was wir im Pflegekontext dagegen tun können
- Fallbeispiele und Praxistipps für einen inklusiven Umgang mit sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten
Zielgruppen:
Fachkräfte, Mitarbeitende, Ehrenamtliche im Pflegekontext, sowie An- und Zugehörige
Beruflich Pflegende können Fortbildungspunkte im Rahmen der Registrierung beruflich Pflegender® erwerben.
Anmeldungen bitte über folgenden Link: https://angehoerigenpflege.berlin/lsbti-schulung
Workshops: Diversitätssensibilität in der Pflege: Organisationsentwicklung, Schwerpunkt LSBTI*
Inhalte der Workshops
Die Workshops befassen sich mit Organisationsentwicklung und zeigen auf, wie diese diversitätssensibler ausgerichtet werden kann. In den Workshops werden Aktionsfelder präsentiert, die zur Etablierung einer umfassenden Willkommenskultur für LSBTI* beitragen können. Die Einrichtungen lernen dadurch konkrete Vorbereitungs- und Umsetzungsmaßnahmen kennen, die eine diversitätssensible Umgebung im pflegerischen Alltag fördern. Es werden Impulse für eine diversitätssensible Haltung erarbeitet und eine Auseinandersetzung mit der eigenen Organisationsstruktur ermöglicht.
Zielgruppen: Leitungspersonal ambulanter oder stationärer Dienste, Hospize und Krankenhäuser, sowie Multiplikator*innen in der Pflege und Senior*innenarbeit.
Beruflich Pflegende können Fortbildungspunkte im Rahmen der Registrierung beruflich Pflegender® erwerben.
Anmeldungen bitte über folgenden Link: https://angehoerigenpflege.berlin/lsbti-schulung
Lebensort Vielfalt® - Qualitätssiegel für Pflegeeinrichtungen
Das Lebensort Vielfalt® - Qualitätssiegel ist eine Auszeichnung, die stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste, Hospize und Krankenhäuser erhalten, die in struktureller, organisationspolitischer und personeller Hinsicht Voraussetzungen schaffen, Diversitätssensibilität zu implementieren.
Einrichtungen erhalten diese Auszeichnung, wenn sie sich nachweislich bemühen, die sexuelle, geschlechtliche und (post-)migrantische Vielfalt ihrer Klient*innen, Bewohner*innen und Mitarbeitenden als wesentlichen Aspekt ihrer Persönlichkeit zu berücksichtigen - in der Pflege wie im alltäglichen Leben.
Mehr Informationen dazu findest du hier.
Queere Antidiskriminierungsberatung in den 16 Bundesländern
Mit dem Fortbildungsprojekt – Queere Antidiskriminierungsberatung in den 16 Bundesländern – unterstützt die Antidiskriminierungsstelle StandUp der Schwulenberatung Berlin den bundesweiten Ausbau von Antidiskriminierungsberatung für LSBTIQ*. Das Projekt hat im Juni 2023 begonnen und läuft bis Januar 2026.
„Herzstück“ des Projekts sind regionale und kostenlose Fortbildungen für LSBTIQ*-Berater*innen. In den Trainings werden Berater*innen dazu befähigt, ihr bisheriges Angebot stärker in Richtung Antidiskriminierungsberatung weiterzuentwickeln. Vor allem in Regionen, in denen queere Menschen bislang noch wenig oder gar keinen Zugang zu Antidiskriminierungsberatung haben, möchten wir so zur Entstehung breiterer, niedrigschwelliger Angebote beitragen.
Die Trainings vermitteln Kenntnisse zu Grundlagen und Instrumenten der qualifizierten Antidiskriminierungsberatung, orientiert an den spezifischen, heterogenen Lebensbedingungen und Diskriminierungsrisiken von LSBTIQ*. Berater*innen vernetzen sich in den Trainings zudem überregional mit weiteren relevanten Akteur*innen im Themenfeld Antidiskriminierung.
An wen richten sich die Fortbildungen?
Das Projekt richtet sich an haupt- und ehrenamtlich tätige LSBTIQ*-Berater*innen, die ihr Beratungsangebot in Richtung Antidiskriminierungsberatung weiterentwickeln möchten, z. B.
- Mitarbeiter*innen in Beratungsstellen und –teams
- Einzelberater*innen
- Aktive in Selbsthilfegruppen
Was sind die Inhalte?
Zu den Kenntnissen und Fähigkeiten, die im Rahmen der Fortbildungen vermittelt werden, gehören u. a.:
- Allgemeine Grundlagen der Antidiskriminierungsberatung
- Erkennen von und qualifizierter Umgang mit Diskriminierung im Beratungsgespräch
- Reflexion der eigenen Position und Haltung von Berater*innen
- Empowerment-Strategien
- Mehrfachdiskriminierung
- Rechtliche Grundlagen
- Instrumente der Antidiskriminierungsberatung
Bestandteile der Fortbildung:
- Basis-Trainings à 2,5 Tage
- Aufbau-Trainings (eintägig)
- Online-Tutorials, in denen die neuen Kenntnisse vertieft und praktisch erprobt werden können
Wo?
Die Basis-Trainings haben bereits stattgefunden (in Erfurt, Hamburg, und Heidelberg), erste Aufbau-Trainings ebenso.
Wann?
Weitere Termine können erfragt werden bei den unten unter "Kontakt" genannten Kolleg*innen.
Weitere Projektbausteine:
Während der Projektlaufzeit entstehen weitere Materialien, die LSBTIQ*-Berater*innen beim Aufbau bundesweiter Angebote zu queerer Antidiskriminierungsberatung unterstützen. Dazu gehören
- ein Eckpunktepapier zu Standards queerer Antidiskriminierungsberatung
- eine Wissensdatenbank mit hilfreichen Materialien für Berater*innen sowie
- eine umfangreiche Handreichung zu Grundlagen queerer Antidiskriminierungsberatung (Veröffentlichung Dezember/Januar 2025/26)
Kontakt:
Miriam Scheibe, m.scheibe@schwulenberatungberlin.de, Tel. (030) 44 66 88-114
Pia Mann, p.mann@schwulenberatungberlin.de, Tel. (030) 44 66 88-144
Gefördert durch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes im Rahmen des Bundesprogramms respekt*land
